KVJS „Power, Wille und Drive, neue Wege zu finden“ Verbandsdirektorin Kristin Schwarz im Abschiedsinterview Vom Referat an die Spitze: Im Dezember 2017 wurde Kristin Schwarz erste Frau im Amt der KVJS-Verbandsdirektorin. In dieser Position hat sie den KVJS konsequent auf Kurs „Zukunft“ gebracht. Acht Jahre in der Verbandsleitung, über 40 Jahre Einsatz für die soziale Daseinsvorsorge: Kristin Schwarz tritt Ende März in den Ruhestand. Ein Rückblick auf „dicke Bretter“, das Bekenntnis zu kommunalen Trägern und den Mut, Veränderung als Chance zu begreifen. Liebe Frau Schwarz, blicken wir zurück auf Ihre Amtszeit: Welche Entwicklungen würden Sie als besonders prägend für den Verband und für sich selbst bezeichnen? Ein Meilenstein, der mir besonders am Herzen liegt, war die Entscheidung im Juli 2025 zur Neuausrichtung unserer Tochtergesellschaft, der Habila GmbH. Das klare Bekenntnis des Gre- miums zum kommunalen Träger sichert Stabili- tät. Dafür bin ich sehr dankbar. Dass wir zudem Mammutaufgaben wie das BTHG, verschiedene Reformen in der Pflege und der Jugendhilfe in meiner Amtszeit mit umgesetzt haben, zeigt die Wirkungskraft unseres Verbandes. Bedeutend für mich war auch, dass ich mit zwei Verbands- vorsitzenden arbeiten und nahezu alle Füh- rungspositionen neu besetzen durfte. So ein kompletter Wechsel des Führungsteams bringt sicherlich Herausforderungen mit sich – bestimmt nicht die einzige große Veränderung, die Sie begleiten mussten? Absolut nicht die einzige – und ich würde nicht sagen, dass ich Veränderungen begleiten musste, sondern durfte und wollte. Wir haben heute eine Mannschaft am Start, die den Ver- band als modernes Kompetenz- und Dienst- leistungszentrum hervorragend weiterführen wird. Davon bin ich überzeugt! Und auch hier danke ich dem Verbandsvorsit- zenden und dem Gremium für die gute Zusam- menarbeit und das Vertrauen, das mir in all den Jahren entgegengebracht wurde und für die Unterstützung, die ich erfahren durfte. Aber auch abseits der Stellenbesetzungen hatte ich immer die Power, den Willen und den Drive, neue Wege zu finden, anstatt in Problem- beschreibungen zu verharren. Neue Wege zu finden ist oftmals der schwierigere Part. Sie gelten als ausgewiesene, landesweite Sozialexpertin – eine wichtige Zutat Ihres Geheim- rezepts? Die Bedeutung der sozialen Daseinsvorsorge hat mich mein ganzes Berufsleben begleitet. Um sozialpolitische Themen fundiert und auf dem neuesten Stand gestalten zu können, habe ich in zahlreichen Gremien und Arbeits- gemeinschaften auf Bundes- und Landesebene mitgearbeitet. Auch der enge Austausch mit den Kooperati- onspartnern der LIGA der freien Wohlfahrts- pflege, zum Beispiel innerhalb der LAGÖFW, und mit Mitarbeitenden im Verband, hat mich hierbei stets unterstützt. Mein zentrales Anlie- gen war es, den KVJS neu auszurichten, hin zu einem bedarfsorientierten und innovativen Kompetenz- und Dienstleistungszentrum, für die Stadt- und Landkreise, für das Land und unsere vielfältigen Kooperationspartner, um Menschen mit Unterstützungsbedarf Chancen zu ermöglichen. 4 KVJS Aktuell 1/2026