die Zeit schnell vorüber und ich merkte, dass die Inhalte alle interessant waren für mich“, erinnert sich Teilnehmerin Jasmin. „Mir hat es gefallen, viel selbst auszuarbeiten. Teils in einer Kleingruppe, teils aber auch alleine. Da merkt man sich mehr, weil man es selbst erarbei- tet hat. Das bleibt hängen“, sagt Julia. Außerdem nehme man Tipps von anderen Klientinnen unter Umständen lieber an als von Gruppenleitern oder Bildungsbegleiterinnen in der Werkstatt. Jasmin berichtet, sie habe sich vor allem für die Unterstüt- zungsmöglichkeiten interessiert: „Ich wusste gar nicht, wie viele Anlaufstellen es gibt, die einem auf dem Weg helfen können. Das hat mich sehr beruhigt.“ Wichtig sei für sie aber auch die Erarbeitung eigener kurz- und mittelfristiger Ziele gewesen. „Ich habe sehr viel über mich selbst lernen können und dass es wichtig ist, ein großes Ziel vor Augen zu haben – aber noch viel wichtiger, den Weg dorthin in kleine Ziele aufzuteilen. So war es für mich greifbarer und es tat gut, wenn man ein Ziel erreicht hat. Das war wie eine To-Do-Liste, die ich nach und nach abhaken konnte.“ Stärken und Schwächen erkennen Das Programm bringt aber auch Herausforde- rungen mit sich, die nicht immer einfach zu bewältigen sind. „Ich musste viel über mich selbst nachdenken und es war oft anstrengend, denn man arbeitet viel auf. Die Einheit mit den Stärken Habila Julia (Bild oben) und Jasmin (Bild unten links) gehörten zu den ersten Teilnehmerinnen einer ZERA-Schulung am Raben- hof Ellwangen. Dabei lernten sie unter anderem, große Ziele in kleinen Schritten anzusteuern. Foto: © Habila und Schwächen fand ich sehr intensiv“, sagt Julia. „Meine Schwächen sind mir klar. Und trotzdem ist es schwer, darüber zu sprechen. Man wird wieder damit konfrontiert, was man nicht so gut kann, wo die Grenzen sind. Umso schöner war es festzustel- len, dass ich auch Stärken habe, auf die ich mich konzentrieren soll. Das hat mir wieder Selbstver- trauen zurückgegeben.“ Auch Jasmin fand es „manchmal schon schwer, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Aber danach wusste ich mehr über mich und ich konnte mit einigen Situationen im Alltag bes- ser umgehen. Ich fühle mich gestärkt und auch reifer.“ Bei ihr hat diese Herangehensweise schon Früchte getragen: „Nach der Schulung war ich überzeugt, meinen Weg zu gehen. Und das habe ich auch gemacht, in kleinen Schritten. Jetzt bin ich meinem Ziel, wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können, schon viel näher. Aktuell absolviere ich ein Langzeitprakti- kum bei Edeka und genieße es.“ Das Fazit am Ende der Schulung war bei allen in der Gruppe positiv. Auch bei den Coaches, für die ZERA ein zusätzliches Instrument ist, um Klientin- nen und Klienten auf dem Weg in Richtung einer Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu unterstützen. | Ramona Appel 2/2026 KVJS Aktuell 11