Ein-Blicke in die Praxis Der EDV-Experte Alexander Betz kann nur eine Hand bewegen, mit der er seinen großen Elektro-Rollstuhl steuert. Doch mit seinem sehr bewegli- chen Verstand absolvierte er erfolgreich ein Informatik-Studium. Nach dem Studium zeigte sich, dass kein Arbeitgeber bereit war, dem schwerbehinderten Computerexperten die Chance zu geben, sein Können unter Beweis zu stellen. Statt zu resignieren entschloss sich der Jung-Betriebswirt, das Wagnis der Selbstständigkeit einzugehen. Seine Idee: Er wollte einen Computerladen in seinem Heimatort Geislingen an der Steige eröffnen. Mit dieser Idee wandte er sich an das Inklusions- und Integrationsamt. Gemeinsam wurde überlegt, ob ein solcher Laden eine langfristige Perspektive bieten würde. Finanzierungs- plan, Rentabilitätsberechnung, Kostenvoranschläge über notwen- dige Investitionen, Sicherungsvorschläge – all dies musste sorg- fältig ausgearbeitet werden, sollte das Unternehmen eine Zukunft haben. Auch die IHK wurde um eine Stellungnahme gebeten. Als alle notwendigen Informationen auf dem Tisch des Inklusions- und Integrationsamts lagen, blinkte für den geplanten Computer- laden bald das grüne Licht. Das Inklusions- und Integrationsamt bezahlte alles, was nötig war, um die Nachteile der Behinderung aus zugleichen: Den rollstuhlgerechten Umbau des vorgesehenen Ladenlokals, den notwendigen Fahrdienst für den Geschäftsinha- ber und einen Arbeitsassistenten, um seine starke Bewegungs- einschränkung auszugleichen. Alexander Betz ist mittlerweile ein gefragter Netzwerk-Experte. Seine „Computer-Oase“ bietet nicht nur ihrem Inhaber sondern auch zwei Angestellten eine berufliche Perspektive. © Aleksei Lazukov - Fotolia 22 KVJS-Ratgeber